Der Artikel entscheidet, ob Ihr Werbegeschenk behalten wird. Das Veredelungsverfahren entscheidet, ob Ihr Logo darauf noch nach zwei Jahren erkennbar ist. Und es entscheidet über einen erheblichen Teil des Preises. Dieser Vergleich zeigt, welches Verfahren wann die richtige Wahl ist, wie die Kosten entstehen und woran Druckdaten in der Praxis scheitern.
Zwei Kostenblöcke, die Sie auseinanderhalten müssen
Jede Veredelung besteht aus zwei Positionen, und wer sie verwechselt, kalkuliert falsch:
- Die Einrichtung fällt einmal pro Auftrag und pro Farbe an. Sie bezahlt das Sieb, das Klischee, das Stickprogramm oder die Laserdatei. Ob Sie 100 oder 5.000 Stück bestellen, ändert daran nichts.
- Der Stückpreis der Veredelung fällt für jeden Artikel an und sinkt mit der Menge.
Daraus folgt die wichtigste Regel dieses Ratgebers: Bei kleinen Mengen dominiert die Einrichtung den Preis, bei großen Mengen der Stückpreis. Ein Verfahren mit hoher Einrichtung und niedrigem Stückpreis, etwa Siebdruck, wird ab einer gewissen Menge zum günstigsten. Ein Verfahren ohne Einrichtung, etwa Digitaldruck, gewinnt bei Kleinauflagen.
Siebdruck
Beim Siebdruck wird Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf den Artikel gedrückt. Für jede Farbe braucht es ein eigenes Sieb und einen eigenen Durchgang. Das Ergebnis ist ein deckender, kräftiger Farbauftrag, der auch auf dunklen Textilien leuchtet.
- Ideal für: Baumwolltaschen, T-Shirts, Schirme, große Flächen auf glatten Materialien.
- Stärken: Sehr gute Deckkraft, waschbeständig, im Stückpreis günstig, exakte Sonderfarben nach HKS oder Pantone möglich.
- Grenzen: Jede zusätzliche Farbe kostet Einrichtung und Stückpreis. Farbverläufe und Fotos sind nicht darstellbar. Sehr feine Linien laufen zu.
- Rechnet sich ab: etwa 250 Stück, bei einfarbigen Motiven auch früher.
Praxistipp: Prüfen Sie, ob Ihr Logo wirklich zweifarbig sein muss. Die Reduktion auf eine Farbe spart bei 500 Taschen schnell einen dreistelligen Betrag, ohne dass die Wirkung leidet.
Tampondruck
Der Tampondruck überträgt die Farbe mit einem Silikonkissen aus einem geätzten Klischee auf den Artikel. Weil sich das Kissen an die Form anpasst, druckt er auch auf gewölbten, vertieften oder unruhigen Oberflächen. Er ist das Arbeitspferd bei Kugelschreibern, Feuerzeugen und Kleinteilen.
- Ideal für: Schreibgeräte, kleine Kunststoff- und Metallteile, unebene Flächen.
- Stärken: Sehr feine Details, günstig bei hohen Auflagen, praktisch überall anwendbar.
- Grenzen: Kleine Druckfläche, mehrfarbig nur mit Aufwand, auf stark beanspruchten Flächen mit der Zeit abriebempfindlich.
Digital- und Transferdruck
Beim Digitaldruck wird das Motiv direkt gedruckt, beim Transferdruck zunächst auf ein Trägermedium und dann mit Hitze und Druck auf den Artikel übertragen. Beide Verfahren kennen keine Farbbegrenzung, sie drucken Fotos und Verläufe in einem Durchgang.
- Ideal für: Mehrfarbige Logos, Fotomotive, kleine Auflagen, individualisierte Einzelstücke.
- Stärken: Keine oder geringe Einrichtungskosten, volle Farbigkeit, schnelle Umsetzung.
- Grenzen: Höherer Stückpreis als Siebdruck bei großen Mengen. Auf dunklen Textilien ist eine weiße Unterlage nötig, die den Griff verändert. Transferdrucke können sich bei hoher Waschtemperatur lösen.
- Rechnet sich bis: etwa 250 Stück, danach wird Siebdruck meist günstiger.
Stickerei
Bei der Stickerei wird das Motiv mit Garn in den Stoff genäht. Sie ist die hochwertigste Textilveredelung und wirkt sofort wertiger als jeder Druck. Grundlage ist ein Stickprogramm, das einmalig erstellt wird und danach beliebig oft nutzbar ist.
- Ideal für: Polos, Hemden, Jacken, Caps, Arbeitskleidung, Handtücher, Fleece.
- Stärken: Hält so lange wie das Textil selbst, waschfest bei hohen Temperaturen, edle Haptik.
- Grenzen: Feine Schriften unter etwa 4 mm Höhe lassen sich nicht sauber sticken. Große Flächen werden schwer und steif, außerdem teuer, weil der Preis mit der Stichzahl steigt. Farbverläufe sind nicht möglich.
Praxistipp: Für Mitarbeiterkleidung ist Stickerei fast immer die richtige Wahl. Sie überlebt die Waschmaschine, und das ist bei Kleidung, die täglich getragen wird, das entscheidende Kriterium.
Lasergravur
Der Laser trägt Material ab oder verfärbt die Oberfläche. Es kommt keine Farbe zum Einsatz, das Logo entsteht aus dem Werkstoff selbst. Auf eloxiertem Aluminium erscheint es silbrig, auf Holz und Leder dunkelbraun, auf Edelstahl matt.
- Ideal für: Metallkugelschreiber, Thermobecher und Edelstahlflaschen, Multitools, Holzartikel, Powerbanks, hochwertige Präsente.
- Stärken: Praktisch unzerstörbar, kein Abrieb, kein Ausbleichen, sehr präzise, wirkt hochwertig und zurückhaltend.
- Grenzen: Nur eine Farbe, nämlich die des Materials. Das Ergebnis hängt stark vom Werkstoff ab, deshalb ist ein Muster hier besonders sinnvoll. Auf beschichteten Oberflächen kann der Kontrast schwach ausfallen.
Doming und Aufkleber
Beim Doming wird ein gedrucktes Etikett mit einer klaren Harzschicht überzogen, die eine gewölbte Linse bildet. Das Ergebnis ist vollfarbig, glänzend und dreidimensional. Es eignet sich für USB-Sticks, Schlüsselanhänger oder überall dort, wo eine plane Fläche vorhanden ist und ein farbiges Logo wirken soll. Die Haltbarkeit ist gut, allerdings kann sich das Etikett bei starker mechanischer Belastung lösen.
Die Verfahren im Überblick
| Verfahren | Beste Auflage | Farben | Haltbarkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Siebdruck | ab 250 | 1 bis 4 | hoch | Taschen, Textil, Schirme |
| Tampondruck | ab 100 | 1 bis 4 | mittel bis hoch | Stifte, Kleinteile |
| Digital / Transfer | 1 bis 250 | unbegrenzt | mittel | Fotomotive, Kleinserien |
| Stickerei | ab 25 | begrenzt | sehr hoch | Polos, Caps, Jacken |
| Lasergravur | ab 50 | materialfarben | sehr hoch | Metall, Holz, Glas |
| Doming | ab 100 | unbegrenzt | mittel | plane Flächen, USB |
Welches Verfahren wann?
- 500 Baumwolltaschen für die Messe: Siebdruck, einfarbig. Günstigster Stückpreis, kräftiges Ergebnis.
- 50 Polos für das Serviceteam: Stickerei. Hält jede Wäsche aus und wirkt professionell.
- 200 Thermobecher als Kundengeschenk: Lasergravur. Zurückhaltend, unverwüstlich, passend zum Preisniveau des Artikels.
- 80 Notizbücher mit farbigem Jubiläumsmotiv: Digitaldruck. Keine Einrichtungskosten, volle Farbigkeit.
- 1.000 Kugelschreiber: Tampondruck. Bei dieser Menge ist der Stückpreis konkurrenzlos.
Druckdaten richtig liefern
Die meisten Verzögerungen entstehen nicht in der Produktion, sondern bei den Daten. Mit diesen Punkten vermeiden Sie Rückfragen:
- Vektordaten liefern (AI, EPS oder PDF). Ein JPG oder PNG aus der Website reicht für Siebdruck, Gravur und Stickerei nicht aus.
- Schriften in Pfade umwandeln. Sonst ersetzt das Fremdsystem Ihre Hausschrift stillschweigend.
- Farben als HKS oder Pantone angeben. RGB-Werte lassen sich nicht eindeutig in Druckfarben übersetzen, und genau da entstehen Enttäuschungen beim Markenblau.
- Mindestgrößen beachten: Linien nicht unter 0,3 mm, Text im Druck nicht unter 5 pt, in der Stickerei nicht unter 4 mm Buchstabenhöhe.
- Negativ-Variante bereithalten. Auf dunklen Artikeln brauchen Sie eine einfarbig helle Logofassung.
Vor jeder Produktion erhalten Sie einen Korrekturabzug, der Position, Größe und Farbe zeigt. Nehmen Sie sich die zwei Minuten und prüfen Sie ihn genau, denn er ist die verbindliche Grundlage der Fertigung.
Kurz zusammengefasst
Es gibt kein bestes Verfahren, sondern nur das passende. Entscheiden Sie entlang von drei Fragen: Wie hoch ist die Auflage, wie stark wird der Artikel beansprucht, und wie viele Farben braucht Ihr Logo wirklich? Bei großen Textilmengen führt der Weg zum Siebdruck, bei Kleidung zum Sticken, bei Metall zur Gravur und bei bunten Kleinserien zum Digitaldruck. Ein Muster vor der Bestellung kostet wenig und verhindert die teuerste aller Überraschungen.